JSO Kassel e.V.

Geschichte

Gegründet wurde das Orchester 1969 von der Kasseler Violinpädagogin Irmgard Hitzig. Sie wollte ihren Schülern die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit anderen jugendlichen Instrumentalisten zu musizieren. Das anfängliche Streichorchester wuchs unter ihrer Leitung bald zu einer kompletten sinfonischen Besetzung an.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Orchester zu einem wichtigen Bestandteil des Kasseler Kulturlebens. Unter wechselnden Dirigenten führte es zahlreiche sinfonische Werke auf. Im Jahr 1992 übernahm Daniel Carlberg das Orchester. Unter seiner Leitung erfuhr das Orchester einen wahren Aufschwung und mit seinen zeitweise bis zu 65 Musikern wurden unter anderem eine große Zahl klassischer und romantischer Sinfonien zur Aufführung gebracht. Neben den großen sinfonischen Orchesterwerken standen immer auch bekannte Solokonzerte, gespielt von jungen, talentierten Kasseler Musikern mit auf dem Programm. Genannt seien hier das Dvorak Cellokonzert mit Thilo Lapisch als Solist, das “Tripelkonzert” von Beethoven mit der Pianistin Gabriela Lendle, der Violinistin Uta Kirchner und der Cellistin Frauke Müller und das Flötenkonzert in C-Dur von Friedrich dem Großen mit Caterina Hahn.

1998 beendete Daniel Carlberg vorerst die Arbeit mit dem Orchester, um sein Dirigierstudium in Wien fortzusetzen. Mit ihm verließen auch viele der altangestammten Mitglieder das Orchester, so dass die Arbeit mit neuen Mitgliedern und einem neuen Dirigenten nahezu von vorn begonnen werden musste. Der junge Cellist und Dirigent Daniel Geiss übernahm das Orchester für drei Konzerte bis zum Frühjahr 2000. Unter seiner Leitung kamen unter anderem das Mozart Violinkonzert in G-Dur, ein Konzert für Klarinette und Orchester von Crusell und Beethovens 1. Sinfonie zu Aufführung.

Mit der Gründung des Vereins „Jugendsinfonieorchester Kassel e.V.“ am 30.05.1999 wurde dem bis dahin als private Initiative bestehenden Orchester schließlich eine dauerhafte organisatorische Struktur gegeben. Die Tätigkeiten und Ziele des Vereins sind in einer Satzung verankert, die organisatorische Leitung liegt ausschließlich in den Händen junger, engagierter Musiker des Orchesters, die Spaß an ihrer Arbeit haben. Erste Früchte dieser Arbeit konnten im September 2000 geerntet werden. Unter der nochmaligen Leitung von Daniel Carlberg trat das Orchester im Rahmen der Kasseler Museumsnacht und des HNA Sommerfestes bei einem Open Air Konzert mit Werken von Händel, Friedrich dem Großen und Grieg vor der einmalige Kulisse des Schloss Wilhelmshöhe im Bergpark Kassel auf.

Das Vorstandsteam in wechselnder Besetzung konnte seit der Vereinsgründung jährlich zwei Arbeitsphasen organisieren, in denen unter anderem Sinfonien von Tschaikowsky, Mendelssohn, Beethoven, Brahms, Dvorák und Sibelius aufgeführt wurden. Seit 1999 hat das Orchester keinen ständigen Leiter, sondern der Dirigent wird für jede Arbeitsphase neu engagiert. Auch der Posten des Dirigenten wird nach Möglichkeit durch junge Musiker besetzt. Zuletzt arbeitete das Orchester mit Burkhart Schürmann, Lancelot Fuhry, Lorenz Nordmeyer, Felix Storch, Kerry Jago, Martin Lill und Lucas Waldin zusammen. Seit 2009 ist nun Kiril Stankow dem Orchester als Dirigent verbunden. Neben sinfonischen Werken bringt das Jugendsinfonieorchester Kassel auch regelmäßig Solokonzerte zur Aufführung und bietet dabei jungen Musikern die Gelegenheit, ihr Können zu präsentieren. In den letzten Jahren konzertierten beispielsweise Katharina Schweiger, David Keönch, Jola Isberner, Miriam Barth, Carla Schenker, Miriam Schmaderer, André Callegaro und Louisa Woodfull-Harris als Solisten mit dem Jugendsinfonieorchester Kassel.

Zu den wichtigsten Förderern ist einerseits die Stadt Kassel zu zählen, die durch das Kulturamt mit großzügigen Projektfördermitteln regelmäßig dazu beigetragen hat, Planungssicherheit in die Finanzierung der einzelnen Konzertprojekte zu bringen. Daneben ist auch das ideelle und finanzielle Engagement der ||:chroma Schule für Musik und Tanz mit Sitz in Vellmar hervorzuheben, die das Orchester 2013 zum inzwischen zwölften Mal zu einem Konzert nach Vellmar eingeladen hat und auf diese Weise die Anerkennung des Orchesters in der Region untermauert. Die erfolgreiche Arbeit des Jugendsinfonieorchesters wurde im Jahr 2001 durch die Verleihung des Kulturförderpreises der Stadt Kassel gewürdigt. Dabei wurde neben der musikalischen Arbeit auch die ehrenamtliche Leitung des Orchesters durch junge Musiker besonders hervorgehoben.

Projekte

Das Jugendsinfonieorchester Kassel konnte zudem einige außergewöhnliche Projekte realisieren.

So veranstaltete das Orchester im September 2004 ein großes Jubiläumskonzert. Anlass waren das 5jährige Vereinsjubiläum sowie das 35jährige Orchesterjubiläum. Gespielt wurden in der gut gefüllten Kasseler Stadthalle unter der erneuten Leitung von Daniel Carlberg „Anstieg – Ausblick“ von Ulrich Stranz und die 1. Sinfonie in D-Dur „Der Titan“ von Gustav Mahler. 2005 hatten einige Orchestermitglieder im Rahmen des Jubiläumskonzertes des Vereins „Bürger Pro A” die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Staatsorchester und der 7. Sinfonie von Bruckner aufzutreten.

Erneut zu Gast in der Stadthalle war das Jugendsinfonieorchester beim Kultursommer Nordhessen 2010, wo es mit der Cellistin Jola Isberner unter der Leitung von Kerry Jago das Cellokonzert in C-Dur von Joseph Haydn spielen durfte.

Während der Herbstarbeitsphase 2011 gewann das Orchester ein Casting für die Teilnahme an der ZDF-Sendung „Deutschlands Superhirn“, die im Dezember in Berlin aufgezeichnet wurde. Für die jungen Musiker war es eine interessante Erfahrung, mitzuerleben, wie die Arbeit in einem professionellen Fernsehstudio abläuft. Es ging darum, dass der Musikpädagoge Gerhard Wolters mit Hilfe eines komplexen Systems die jeweilige Besetzung des Orchesters heraushören musste. Da dieses System in der Sendung nicht offengelegt wurde, gab es leider viel negative Resonanz in den Medien, die einen Betrug des Orchesters darin vermuteten. 

Im Sommer 2013 spielte das Orchester im Zuge einer Tournee zwei Konzerte in Florenz unter der Leitung von Kiril Stankow.